01.07.2005

Grimme Online Award 2005 – die Gewinner stehen fest

Preisverleihung auf Schloss Bensberg mit Hollywood-Star John Malkovich und prominenten Preispaten

Die Gewinner des fünften Grimme Online Award stehen fest. Am 30. Juni 2005 wurden die Trophäen bei der Preisverleihung auf Schloss Bensberg von prominenten Preispaten – „Hart aber fair“-Moderator und Grimme-Preisträger Frank Plasberg, RTL-Anchorman und Grimme-Preisträger Peter Kloeppel, „Tatort“- Kommissarin Sabine Postel, Schauspieler André Eisermann („Schlafes Bruder“, „Kaspar Hauser“), der zweifachen Grimme-Preisträgerin Anneke Kim Sarnau, Schauspielerin Annette Frier („Schillerstraße“) und GIGA-Moderatorin Alexandra Tapprogge – überreicht. Die Veranstaltung moderierte der Kabarettist und Comedian Dr. med. Eckart von Hirschhausen. – Michael Breuer, NRWMinister für Bundes- und Europaangelegenheiten, sprach im Namen der neuen Landesregierung ein Grußwort.

In der Kategorie INFORMATION erhält das boulevardkritische Weblog „BILDblog“ eine Trophäe. Aus der Begründung der Jury: „Das BILDblog ist das wichtigste deutschsprachige ‚Watchblog’. Es demonstriert, wie das Internet für eine unabhängige, kontinuierliche und professionelle Medienkritik genutzt werden kann.“

Vier Preise vergibt die Jury in der Kategorie WISSEN UND BILDUNG: Der Grimme Online Award geht an die Website „Holocaust-Mahnmahl – Gedächtnis aus Stein“ (ZDF,HR Neue Medien, Redaktion heute.de), „ein inhaltlich überzeugendes und emotional sehr ansprechendes Gesamtwerk, welches keine vordergründige Betroffenheit sucht, sondern an der Reflexion teilhaben lässt“ (die Jury). Weiterhin wird die Website „Einsteins Welt“ (ZDF) ausgezeichnet, die, so die Jury, „das Leben und Werk Albert Einsteins in seinen wesentlichen Aspekten auf sympathische und verständliche Weise begreifbar macht“.

„Wikipedia – Die freie Enzyklopädie“ (Wikipedia Foundation Inc.), das die Juroren als „herausragendes Beispiel kollaborativer Nutzung des Internet“ auszeichnen, und die Website „Jugendopposition in der DDR“ (Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., Bundeszentrale für politische Bildung), die „die Jury inhaltlich begeistert und gestalterisch mit ihrer eigenwilligen, etwas ‚schräg liegenden Optik’ überzeugt hat“ (Jury-Urteil), erhalten ebenfalls den Grimme Online Award.

Die Website „Lyrikline – Poesie hören und lesen“ wird mit dem Grimme Online Award in der Kategorie KULTUR UND UNTERHALTUNG für Konzept und Idee ausgezeichnet. Die Jury: „Lyrikline.org setzt die weltweite Vernetzung des Internets konzeptionell ein. Mit tausenden Übersetzungen schafft die Website ein bemerkenswert umfangreiches,mehrsprachiges und multimediales Angebot für Literaturinteressierte im In- und Ausland.“
Erstmals wird auch ein Grimme Online Award in der Kategorie SPEZIAL vergeben – an die Website „SPIEGEL ONLINE“. Damit, so die Jury in ihrer Begründung, solle ein journalistisch geprägtes Onlineangebot ausgezeichnet werden, „das seit zehn Jahren wesentlich mit dafür gesorgt hat, dass das Internet zu einem respektierten Medium geworden ist.“

Hollywood-Star John Malkovich überreichte den Intel Publikums -Preis an die Website „Wikipedia“, die auch in der Kategorie WISSEN UND BILDUNG einen Grimme Online Award erhält. Nach einem langen Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Online-Angebot „Lisas Leben“ zur Sat.1-Telenovela „Verliebt in Berlin “ hatte am Ende „Wikipedia“ die Nase vorn. 124.796 Internet-Nutzer beteiligten sich an der Abstimmung – und damit rund 35.000 mehr als im letzten Jahr. „Die Anzahl der Stimmen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Das zeigt ganz deutlich, dass der Grimme Online Award nicht nur von der Internet-Branche, sondern auch vom Publikum angenommen wird“, sagte Uwe Kammann, Geschäftsführer des Grimme-Instituts. „Wikipedia hat als Wissens-Gesamtwerk vieler tausend engagierter Menschen den Intel Publikums-Preis gewonnen – das spiegelt die Bedeutung des Mediums für das aktive Publikum gleich doppelt.“

Friedrich Hagedorn, verantwortlicher Referent für den Grimme Online Award, sagte: „Die
diesjährigen Preisentscheidungen demonstrieren den Entwicklungsgrad und die derzeitigen Möglichkeiten publizistischer Qualität im Netz. Aufwändige, professionell gestaltete Multimedia-Specials rangieren neben technisch und optisch eher reduzierten Angeboten, die inhaltlich durch ihre immense Vielfalt und breite Beteiligung überzeugen.“

Quelle: http://www.grimme-institut.de